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Kleiner Prinz und Rose
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Message: 7.Dez 2003
EIN WEIHNACHTLICHES, WAHRES MÄRCHEN
DIE KLEINE NOTE
Wie alle Märchen, wollen auch wir das unsere mit den bekannten Worten beginnen: "Es war einmal..."
Es war einmal eine kleine und hübsch klingende Note. Eine Halbnote, um genau zu sein. Sie hing ganz für sich allein an einem funkelnden Stern weit draussen im grossen Universum, im Sternbild der Fische. Aber das machte ihr nichts aus, war sie doch ein glückliches und vergnügtes „A“ aus dem C-Dur. Und nicht etwa so eine traurige, schwere Note im grauen Moll ...
Nun ja, und ganz alleine war sie ja auch nicht: ausser ihrer Notenfamilie waren da noch die vielen, vielen Engel, mit denen sie sich manchmal unterhielt. Oft hörte sie auch aus den bunten Liedern, welche diese von überall her mitbrachten, hübsche und freundliche Töne heraus. Besonders zur Weihnachtszeit aber geschah es, dass die Engel die wunderbarsten Melodien summten! Nie sonst hörte sie derart herzergreifende und warme Klänge. So fragte sie denn eines Tages einen Engel, welcher gerade an ihr vorbeigaukelte: „Hey, Engel! Wo habt ihr bloss all die schönen Melodien aufgeschnappt?“ Der Engel antwortete ihr: „Ja, aber weißt du denn nicht? Da gibt es doch auf diesem kleinen Blauen Planenten dort rechts unten ein ganz besonders begnadetes Stimmen-Ensemble; ein irdischer Engelchor gewissermassen. Es ist der planet-berühmte BO KATZMAN CHOR, welcher jedes Jahr zu dieser Zeit den himmlischen Sternenstaub, welchen wir über ihn rieseln lassen, in klingende Noten verzaubert und diese in die Konzertsäle und in den Äther hinaus schickt. Nicht nur zur Freude der MENSCHEN auf diesem Planeten ...“, fügte er noch spitzbübisch an.
Als unsere kleine Note das hörte, da verspürte sie natürlich nur noch einen Wunsch: einmal ein solches Konzert erleben zu dürfen und all ihre wunderschön klingenden Notenkamerädchen aus diesen zauberhaften Melodien kennen zu lernen. Sie wusste natürlich, dass nur viele Noten zusammen ein schönes Lied ergeben können, und da fühlte sie sich mit einem Male doch sehr einsam.
Keck und unternehmungslustig, wie es sich für eine fröhliche Note jedoch gehört, machte sie sich alsbald reisefertig. Sie nahm die nächste Sternschnuppe gen Erde und stieg einmal bei der Wolkendecke um, wo sie sich dann an eine hilfsbereite Schneeflocke hängte, welche gerade unterwegs war ins Baselbiet...
Leise schwebte sie in den noch menschenleeren Saal. Vorwitzig, wie sie aber ebenfalls war, setzte sie sich mitten auf Bos Notenständer - um ja nichts zu verpassen…! -und harrte gespannt wie ein Regenbogen, der Dinge, die da kommen mochten.
Zunächst kamen dann aber die Menschen. In Massen strömten sie in den Saal, und unsere kleine Note konnte die Spannung fast knistern spüren. Alsbald kamen Kerzenträger auf die Bühne gelaufen... Wie schön das aussah! Ja... und dann begann ein Singen und Musizieren, wie sie es nie für möglich gehalten hätte. Und diese Musik erfüllte die kleine Note mit nie gekannter Wärme und liess sie zugleich vor Ergriffenheit frösteln. Ihr Herz hüpfte dermassen, dass sie sich wirklich ausserordentlich beherrschen musste, um nicht vor lauter Wonne Misstöne am laufenden Band zu produzieren.
"Nanu, was ist denn das?" dachte sie, als plötzlich eine baumlange Gestalt mit einer gar wundersamen Stimme aus dem Nebel auftauchte. "Ob das wohl dieser Bo sein mag?" werweisste sie weiter.
Sie lauschte so hingerissen, dass sie gar nicht merkte, wie sie plötzlich von ihren Noten-Kamerädchen mitgerissen und in den Saal hinaus getragen wurde. Noch nie hatte sich unsere kleine Note so leicht gefühlt, obwohl die Erdanziehung doch beträchtlich war. Das erkannte sie an all den Leuten, die auf dem Boden des Saales haften blieben, obwohl einige von ihnen vergeblich versuchten, hohe Luftsprünge zu machen.
Die kleine Note nahm aber immer wieder ihren hübschen Platz auf Bos Notenständer ein. Einmal jedoch - hast du nicht gesehen? -, da ist sie doch fast von dort heruntergepurzelt! Es war, als der Chor ein Lied von ihrem Heimatstern anstimmte: "Dass man hier auf dem Planeten Erde doch tatsächlich von der wundersamen Macht des Sterns von Betlehem gehört hat?!" fragte sie sich mit einigem Staunen. Als das Konzert dann - viel zu schnell - zu Ende war, schwor sie sich, dass dies nicht ihr letzter Besuch hienieden gewesen sein sollte!
Zurück auf ihrem Funkelstern, entschloss sie sich am nächsten Tag, aus Freude an diesem Erlebnis, eine Botschaft in Bos Gästebuch zu zaubern, denn sie hatte, pfiffig, wie sie war, schnell herausgefunden, wie solche Dinge auf der Erde gehandhabt werden. Auch klang ihr stets so heiterer Ton ein wenig dunkler, weil sie diesen wundersamen Stimmen erst in einem Jahr wieder würde lauschen können.
Nun weiss man aber, dass beinahe jedermann auf dem Planeten Erde, der ausserdem etwas auf sich hält, natürlich Bos Gästebuch liest! So geschah es dann, dass auch eine andere kleine Note aus dem Nachbars-Universum, welche schon mehrere solcher Höhenflüge mit diesem Wunderstimmen-Wunder hatte miterleben dürfen, vom Kummer und der Ungeduld unserer kleinen Note erfuhr. Sie konnte ihr deshalb sehr gut nachempfinden, wie sehr sie sich bereits nach dem nächsten Ohrenschmaus von Bo und Co. sehnte. Kurz entschlossen, und einer unerklärbaren Eingebung folgend, schickte sie ihr deshalb einen intergalaktischen Trost.
Ganz entzückt davon, eine Reaktion einer artverwandten Spezies aus ihrer Nachbarschaft zu erhalten und soviel Mitgefühl zu erfahren, nahm unsere kleine Note den Kontakt sofort auf und kommunizierte zurück, nun aber direkt an die Adresse dieses Zwillings-Sterns.
So gab eine Botschaft die andere, und bald kreuzten diese sich mit Lichtgeschwindigkeit. Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen unseren beiden Halbnoten, denn bald wurde ihnen klar, dass sie aus der gleichen Partitur stammen mussten: "The message is love". Es konnte unter solchen Voraussetzungen natürlich nicht ausbleiben, dass sie sich von Zeit zu Zeit im Grenzbereich ihrer kosmischen Möglichkeiten trafen, womit sie auch zugleich jedes Mal derartige Frequenzschwankungen auslösten, dass die beiden Universen sich beinahe zu einem einzigen zusammenschlossen.
Ganz besonders ausgelassen und freudenreich ging es jedoch zu, wenn jede der beiden Halbnoten noch seine Notenkameraden mitbrachte.
Keine Frage ist es ausserdem, dass sich die beiden Halbnoten entschlossen, künftig zu einer einzigen und damit ganzen und unzertrennlichen(!) Note zu fusionieren und sich so oft auf Bos Notenständer zu schmuggeln, wie dieser fantastische Chor jedermanns Herz erfreuen wird.
Wenn Ihr besonders aufmerksam seid, werdet ihr sie möglicherweise entdecken...?
***
Anmerkung: Dieses wahre Märli ist dir, lieber Bo, gewidmet. Vielleicht ahnst du manchmal, dass du (und dein Chor) Freundschaften stifte(s)t. Vielleicht ist es dir manchmal sogar auch vergönnt, davon zu erfahren. Heute soll es dir einmal auch verdankt werden. Und vielleicht freut es dich ja, zu erfahren, dass sich gar schon Dualseelen über deine HP haben finden dürfen.
Mit lieben Grüssen und herzlichem Dank.
Kleiner Prinz und Rose.
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