Name:
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G. Schichtli
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Message: 15.Dez 2004
Die etwas andere Weihnachtsgeschichte.
Es war einmal ein Delfin. Eines schönen Tages folgte er einem Segelboot in den Hafen und schwamm zum Erstaunen der Leute an der Mole auf und ab. Offensichtlich schien er sich dort sehr wohl zu fühlen, denn auch die folgenden Tage blieb er im Hafenbecken. Bald wurde er zum Freund aller Kinder; sie kamen zu ihm an die Mole und warfen ihm Brotstückchen zu. Und das schöne Geschöpf bedankte sich, indem es zur Gaudi aller hoch aus dem Wasser sprang und eigentümlich schnarrende Laute von sich gab. Die Bewohner des Ortes betrachteten ihn bald als einen der ihren und gaben ihm sogar einen Namen: Angelino. Doch eines Nachts, als die Mole verwaist war, wurde der Delfin durch Lichtstrahlen von Taschenlampen im Wasser aufgestört. Er vernahm seltsame Geräusche und aufgeregtes Stimmengewirr, und er spürte, dass man ihn fangen wollte. So versuchte er zu fliehen, wurde jedoch von einer Harpune getroffen.
Obwohl das arme Tier verletzt war, schwamm es weiter und schrie mit jener eigentümlichen Stimme, an der sich noch wenige Stunden zuvor die Kinder so erfreut hatten. Da geschah etwas, an das sich noch heute alle erinnern: die Kinder des Städtchens hörten die Schmerzensschreie des Delfins; sie standen auf, schlichen sich an ihren Eltern vorbei aus ihren Wohnungen und liefen schnell zum Hafen hinunter.
Die Boote der Fischer, welche den Delfin verletzt hatten, waren für die Kinder im Dunkeln kaum zu erkennen.
Mit letzter Kraft schwamm das arme Tier zur Kaimauer, um seinen Spielkameraden Lebewohl zu sagen.
Angelino starb. Die Kinder weinten, und all ihre Tränen verwandelten sich in Regen, ihre Seufzer wurden Wind und ein gewaltiges Gewitter brauch herein.
Der Sturm wütete und trieb die Boote der bösen Fischer für immer aus dem Hafenbecken hinaus.
Geht euch der Sinn dieser Geschichte auch auf?
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