Bo Katzman - Die Seite für den Fan
Premiere GOSPEL BOOK Tour am 13. November 2003 in Trimbach
An einem trockenen, jedoch kalten Novemberabend fand auch im Jahr 2003 die Premiere des neuen Programms des Bo Katzman Chors im solothurnischen Trimbach, genauer gesagt im ausverkauften Mühlemattsaal, statt. Gespannt, was uns wohl alles erwarten würde, suchten wir kurz vor 20.00 Uhr unsere Plätze auf und waren vom ländlichen Bühnendekor positiv überrascht. Zwischen und vor den Instrumenten der Band lagen ganze Heuballen auf der Bühne und die Spannung, was sich wohl noch alles hinter dem Vorhang befinden möge, stieg. Doch wir mussten nicht lange warten. Pünktlich um 20.15 Uhr verdunkelte sich der Saal und der Vorhand wurde fallen gelassen. Vor der schönen und originellen Kulisse eines Südstaaten Farmhauses kam Lisa Vonesch, die Bassistin und einzige Frau in der Band des Bo Katzman Chors, auf die Bühne. Sie wischte mit einem Besen den Vorplatz des Hauses und allmählich gesellten sich die anderen Bandmitglieder zu ihr, jeder trug etwas im Farmstil mit sich, als letzter kam Blues Müller mit der Heugabel angelaufen. Nun ging es also los. Der Chor lief ein und Bo kam durch die Haustüre raus auf die Bühne. Er trug, wie er mir 10 Tage zuvor bereits am Blick-Telefon verraten hatte, einen ‚Dress’ im Stil, wie er ihn auch auf dem Cover, den Postern etc. trug. Das Konzert wurde mit dem Song Where could I go but to the Lord eröffnet und gleich im Anschluss daran begrüsste Bo ganz herzlich das Premierenpublikum in Trimbach. Ebenfalls begrüsst wurde Herr Teschler, ein deutscher Konzertveranstalter, der den Bo Katzman Chor für die kommende Deutschlandtournee engagiert hatte.
Nach der Erklärung, dass es den Spiritualsong ‚Swing Low Sweet Chariot’ in X Varianten gebe und dass der Bo Katzman Chor eine Variante davon ‚erwischt’ hätte, folgte der Song Swing down, chariot. Nun fragte uns Bo, ob wir alle auch so gerne Handbücher lesen würden? Er meinte, schon zu einem einfachen Aschenbecher gäbe es ein Handbuch in 27 verschiedenen Sprachen, am schlimmsten seien jedoch die Computer-Handbücher, da verstünde man nur Bahnhof. Das wirklich richtige Handbuch gäbe es auch in diversen Sprachen als Koran, Bibel, Talmud etc. und dass ihn genau dieses Buch dazu inspiriert hätte, den eigentlichen Titelsong der Tour zu schreiben: It’s in the book. Natürlich sass Bo der Schalk auch bei dieser Premiere im Nacken. Er erzählte uns, dass die Anspannung vor der Premiere immer enorm gross sei, dass das erste Konzert in Trimbach für ihn, die Band und den Chor eine Art Feuerprobe sei und man ja im Voraus nie wisse, wie das Publikum reagieren würde. Dazu kam ihm auch ein geflügeltes Wort in den Sinn: Wer es in New York schaffe, der schaffe es auf der ganzen Welt. Bo meinte jedoch, er würde dieses Sprichwort abändern, denn wer es in Trimbach schaffe... Unter grossem Gelächter kündigte er uns den nächsten Song, den Titelsong der letztjährigen Tour an: Moonlight, Bo sagte uns jedoch, der Song hiesse Moonshine, was natürlich ein Irrtum war. Beim Thema Elvis durfte die Bemerkung, der King sei unantastbar, es gäbe höchsten ein einziger Mann, der es mit ihm aufnehmen könnte, nämlich Bo selber, nicht fehlen. Im rockig fetzigen Elvis-Stil folgte Run on.
Bereits ging es weiter mit einer Geschichte über den kleinen Etienne, der eines Nachts am Fenster stand und in die weiten des Universums schaute und sich fragte, ob da draussen wohl jemand sei. Also fragte er ins Universum, ob ihn jemand hören könnte und staunte nicht schlecht, als er in seinem Inneren eine Stimme hörte, die zum ihm sprach. Neugierig und aufgeweckt wie er war, fragte er, was denn eine Million Jahre bedeute und die Stimme antwortete, eine Million Jahre sei wie eine Sekunde. Etienne war erstaunt und fragte weiter. Wenn eine Million Jahre mit einer Sekunde gleichzusetzen sind, was bedeutet dann eine Million Franken für dich? Eine Million Franken sei gleichviel wie ein Rappen, bekam er als Antwort. Clever wie Etienne war, kombinierte er schnell und fragte: wenn eine Million Franken gleichzusetzen sind wie ein Rappen, dann hätte er gerne eine solche Million. Die Stimme antwortete ihm: Etienne, das ist kein Problem, warte einfach eine Sekunde...
Nach The milky white way ging’s gleich fetzig weiter mit Seek seek, leider konnte dieses Lied nicht zu Ende gesungen werden, Herr Teschler aus Deutschland kam mit dem Einwand, dass diese ganzen englischen Gospels und Spirituals zwar schön und gut seien, dass das deutsche Publikum jedoch gerne mal ein paar Songs in deutscher Sprache hören würden. Bo meinte, das sei kein Problem und stimmte mit dem Chor Rote Lippen soll man küssen an. Darüber war der Herr Teschler natürlich alles andere als begeistert, denn er wollte einen etwas gehaltvolleren Song, vielleicht etwas über den Mond oder so. Bo meinte erneut, kein Problem, da haben wir das Richtige und es folgte Der Mann im Mond. Auch dieser Song freute den deutschen Besucher überhaupt nicht und dieser meinte, er wolle etwas Gehaltsvolleres hören, etwas über Stein oder so. Nach kurzem Ueberlegen meinte Bo einmal mehr, das sei kein Problem, er wüsste da was und sang den Drafi Deutscher Klassiker Marmor, Stein und Eisen bricht. Nun drohte dem Herr Teschler der Kragen zu platzen. Er sagte frei heraus: ‚Herr Katzman, sie singen hier einen Schmarren, da hätte ich ja gerade so gut die Gotthilf Fischer und seine Chöre engagieren können’. Ob der Bo Katzman Chor denn wirklich nichts dramatisches auf Deutsch singen könnte. Natürlich hatte Bo auch dazu eine gute Idee und es folgte Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett. Aber auch damit konnte der Chor keine Begeisterung auslösen. Der deutsche Besucher meinte, er sei wohl bei der falschen Veranstaltung, dies höre sich nicht nach einem Gospelkonzert sondern viel mehr wie eine Folge des Musikantenstadls an. Ob denn der Chor auch nichts im Repertoire hätte mit Inhalt über Tiere oder die Natur oder so. Bo meinte kurz, da käme ihm so spontan nur ‚s chrücht es Schnäggli’ in den Sinn, er meinte dann aber, doch, jetzt wüsste er was und im Countrystil präsentierte er uns den Song 7000 Rinder. Nun platze dem Teschler endgültig der Kragen und er outete sich als Marco Rima. Ein gelungener Gag und ein lustiges Intermezzo! Nun durfte der Chor endlich das vor längerer Zeit angefangene Lied Seek seek zu Ende singen. Anschliessend folgten 15 Minuten Pause.
Nach der Pause ging’s weiter mit Working in a coalmine. Bo erschien nach der Pause in einem schönen pflaume-farbigen Anzug und erzählte, dass ihm diverse Chormitglieder Komplimente dafür gemacht hätten, dabei hätte er diesen Anzug doch schon seit 3 Jahren. Die Hose sei leider etwas zu kurz geworden, weil der Ranzen zu dick geworden sei! Aber dieses ‚Problem’ werde er bis zum Ende der Tour nicht mehr haben. Nach einer kurzen Erläuterung über das dunkle Leben und dem hellen Zustand nach dem Leben folgte Upful and right. Beim Thema Weihnachten erzählte uns Bo, dass viele Leute meinen, das Thema Weihnachten hätte unweigerlich etwas mit der Kitschabteilung in den diversen Warenhäusern zu tun, dabei wollte er ein schönes rassiges Weihnachtslied damit einleiten: Baby Jesus is born. Nach einem kurzen Abstecher ins Gebiet des Abschiednehmens sangen der Chor und Bo Rock me to sleep und Jesus is a soul man. Das Thema des Abends, die Sklaventreiber auf ihren Baumwollfarmen in den Südstaaten der USA, folgte eine Erläuterung, wie viele Gospelsongs vor mehr als 100 Jahren entstanden seien. Ein Gospelklassiker ist natürlich Joshua fit the battle, bei dem auch das Saalpublikum aufgefordert wurde, kräftig mitzusingen. Nach Glory Glory bedankte sich Bo bei uns und verabschiedete sich.
Der anschliessende Applaus resp. Standing Ovations waren sehr lang und heftig. Das Publikum tobte und ging super mit. Da liess sich natürlich auch Bo nicht lumpen, genoss zuerst das Bad im Applaus und bedankte sich anschliessend bei allen, die das ganze Jahr hindurch an dieser Tour gearbeitet hätten. Ebenfalls ein Dank ging an die diversen Sponsoren und auch an die Band, den Chor und das Management! Als Zugaben folgten nochmals vier tolle Songs: Oh holy night, gefolgt von der Königin der Weihnachtslieder, Stille Nacht und natürlich fehlten auch dieses Mal nicht die zwei ulitmativ letzten Lieder, die bei jedem Bo Katzman Chor Konzert den Abschluss eines jeden Konzertes symbolisieren: O happy day, welches wie immer übergangslos in Amen ging.
Ein tolles Konzerterlebnis ging damit zu Ende. Es war eine gelungene Premiere. Das Programm ist abwechlsungsreich, lustig und fetzig und das Bühnenbild mit der Hütte sehr gelungen. Ich gratuliere allen zu dieser tollen Leistung und freue mich auf viele weitere Konzertbesuche!
Fotos: Stefanie Brühlmann